Logbuch

Dziwnow und durch die Klappbrücke

Nach einem trüben Morgen mit leichten Wind sind wir 20 sm nach Dziwnow gesegelt. So schaffte das Boot fast 6 Knoten. Ich habe heute die erst Wende gefahren. Der Hafen in Dziwnow war belegt und so mussten wir an die nächste Anlegestelle. Das hiess, wir mussten warten, bis die Klappbrücke öffnete. Dies tut sie stündlich.

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Von der Anlegestelle konnte man einen Blick vom Kaminer Bodden erhaschen, sehr idylisch. An dem Liegeplatz war gleich ein Restaurant. Habe leckere Nudeln mit Hähnchen gegessen.

Es gab den ersten Fernseher seit Wochen, nur Werbung auf polnisch, extra laut.

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Ein Tag mit Dirk und Familie

Ein kalter trüber Morgen mit Starkwind aus Westen. Das hiess, dass wir nicht aus dem Hafen kamen und in die Richtung (Wollin) von Dirk und Familie segeln konnten. Selbst die Fischer waren in der Nacht nicht auf See.
Also kamen sie uns besuchen von der Halbinsel Wollin. Es war ein schöner Tag, die Strandmuschel wurde getestet bei Null Sonne aber Wind. Der Vitamin D Spiegel konnte am Nachmittag  trotzdem bedient werden.

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Dirk, Nina und Theda

Der Hafen am Abend.
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Der Skipper hat das Wort

Tja, dass mit dem Fahrtensegeln hat so seine Tücken. Weil man beim Segeln sehr stark von Wind und Wetter abhängig ist, braucht es je nachdem Lust und Laune, Mut, Geduld, die richtigen Segel oder den Motor, um das nächste Ziel zu erreichen. Weil wir aber so lange unterwegs sind, ist es manchmal schwierig, das nächste Ziel zu bestimmen. Wir haben jetzt einige Tage in Häfen verbringen müssen, weil es entweder zu starken – oder wie jetzt – keinen segelbaren Wind hatte. Und ich hatte keine Lust, an der polnischen Küste gen Osten zu tuckern, um dann wieder die gleiche Strecke auf dem Rückweg zu absolvieren. So wollen wir doch lieber – mit dem hoffentlich passenden Wind – in den Norden nach Bornholm aufbrechen, um dann langsam über Schweden und Dänemark in deutsche Hoheitsgewässer zurück zu kommen.

Mrzezyno, 2. Tag

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Noch Fragen? Hat natürlich nichts mit segeln zu tun. Am Vormittag gab es Gewitter. Sebastian tauchte noch einmal tief ins Boot, fand noch eine alte Genua, Vorsegel, eine Strandmuschel und Kleinzeug. Wasser wurde gebunkert. Es folgte ein schöner Strandspaziergang. Das ist auch Polen…
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Es gibt eine neue Krananlage hier im Hafen. Dieser kann 40 t anheben. Die Frage ist nur, welches Schiff sie damit anheben wollen. Mit Geldern der EU wurden hier super Wege angelegt, nur können auf Grund einer scheinbar stabilen Sandbank an der Hafeneinfahrt nur Schiffe mit max. 2 m Tiefgang und bei Tage in den Hafen einlaufen. Nun ja, da stellt man sich schon die eine oder andere Frage.

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Heute gab es eine leckere Fischsuppe und geräucherte Makrele. Einfach lecker und  ausreichend Piwo für den Skipper.

Mrzezyno (Treptower Deep)

10 sm oder knapp 20 km von Kolberg Richtung Westen liegt dieser kleine Fischerhafen an der Mündung des Flusses Rega. In Kolberg war im Hafen grosse Aufbruchstimmung. Ich war auch froh, von dort weg zu fahren. Die Windvorhersage zwischen dänischen und deutschen Wetterdienst waren sehr unterschiedlich, am Morgen war es windstill und so wurde der Motor angeworfen. Die Orte sind sehr ähnlich, Essmeile, Vergnügungsmeile, hier spielt gerade eine Band.Die Kilometer langen Strände sind abschnittweise gut gefüllt. Ich hatte zwar die Badesachen mit am Strand, habe aber den Faserpelz vorgezogen.
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Kolberg, Altstadt und Strand

Heute morgen beschlossen wir, da es recht leicht regnete, unsere Segelpläne auf Freitag zu verschieben. Während des Spazierganges in die Altstadt kam schon die Sonne hervor. In der Altstadt steht wirklich nur eine alte Kirche und das alte Rathaus. Alles andere ist neu gebaut und es stehen riesige Plattenbauten in unmittelbarer Nähe, wie ich es z.B aus Berlin kenne.
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Danach ging es an den Strand. Es gibt den wunderbaren Zuckersand und man kann die Füsse darin wärmen. Nach einem Strandtag rieselt aus jeder Körperöffnung und den Rucksäcken der feine Sand.
Es gibt gute Radwege, auch für diesen Radler!
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Kolberg/Waschtag

Am Morgen stand ein Stadtrundgang auf dem Programm. Wir fanden aber keine Altbauten, nur Platte, grosse Hotels. Die Ostsee war sehr bewegt, wovon sich die Kinder nicht abhalten liessen, gut bewacht von jungen Rettungsschwimmern.
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Über den Mittag konnten wir unseren neuen Liegeplatz einnehmen, unser holländischer Nahbar zog weiter. Die grossen Waschmaschinen luden ein für ein Waschstopp. Sebastian ist jetzt einkaufen mit dem Velo, dann suchen wir noch einmal den alten Kern der Stadt. Es wurde sehr viel zerstört im 2.Weltkrieg.
Auf die Altstadt verzichtete ich, wir gingen lecker Fisch, Dorsch, essen und noch an den riesigen Strand. Zum Schluss gab es noch geräucherten Heilbut, ganz lecker.

Kolberg / Polen

Nach 10 Stunden segeln sind wir in Kolberg eingetroffen.
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Der Hafen ist voll, Sebastian hat sich zwischen 2 Boote gedrängelt. Leute sind leicht genervt. Ins Hafenbüro stürmten Polizisten mit Gewehr. Vom Grill bekam Sebastian nichts zu essen, da wir keine Zloty hatten. Und sie nehmen keine Euro, erstaunlicher weise. Das ist ein echtes Kontrastprogramm zu dem, was wir vorher an Ruhe erlebt haben. Auf Fotos muss ich vorerst verzichten, das Internet ist zu schwach.

Eine kleine Geschichte

Es war einmal ein kleiner Fisch in der stürmischen See vor der Südküste von Schweden. Er suchte Schutz und Sicherheit zwischen den Segelschiffen im Hafen von Simrisham. Ihm war nicht bekannt, dass die Segelboote für bestimmte Geschäfte Ansaugventile für Meerwasser besassen und diese auch benutzten. Es war ein sehr kleiner Fisch, kleiner als der kleine Finger einer Frauenhand. Plötzlich spürte der kleine Fisch einen starken Sog und wurde durch ein engen Schlauch gepresst. Es folgte noch ein letzter Sog und der kleine Fisch wurde in das Ansaugventil gedrückt und setzte das WC des Bootes ausser Betrieb. Dies wurde erst am nächsten Morgen bemerkt. Da lebte der kleine Fisch bereits nicht mehr. Er wurde aus dem Ventil befreit und Neptun übergeben. Das WC funtionierte wieder.