Fehmarn

Nach 13 h motoren sind wir auf Fehmarn. Heute kommt Sebastians Schwester Magdalena, um Sebastian nach Brunsbüttel zu fahren, den Bus holen. Wir müssen noch den Hafen wechseln, dann kann das Boot aus dem Wasser.
Der Juli war segel-technisch ein schlechter Monat. Es gab für mich einen interessanten Teil, Land und Menschen zu sehen. Auf Grund meiner Einschränkungen und der Kälte, war der andere Teil nicht so schön wie vorgestellt.
Segeln auf der Ostsee ist anders als ein Wochentörn auf dem Mittelmeer mit halbwegs konstanten Winden. Das war wohl die Haupterfahrung. Entweder man hat die Zeit sich treiben zu lassen oder man muss trotz nicht immer passenden Wind sein Segelziel im Auge behalten.

Es stürmt noch immer

Beim Hafenmeister klingelte ununterbrochen das Telefon für Reservierung im Hafen. Das gibt es aber nicht, man muss rechtzeitig im Hafen sein. Alles was Richtung Westen segeln oder motoren möchte, steht in den Startlöchern. Morgen geht es los. Sebastian war einkaufe und konnte ein Blick auf die Ostsee erhaschen. Die See brodelt. Wir liegen hier sehr geschützt.
Dann gab es…

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Eierkuchen mit Zucker und Apfelmus. Danach ist wieder Hafenkino angesagt. Heute morgen fing sich ein Komoran einen dicken Fisch und brauchte doch einige Zeit, diessen im Ganzen hinter zu würgen. Es wurden grosse Hechte geangelt, gestern wie heute.

Sind heute noch auf den Aussichtsturm geklettert. Super Aussicht von dort oben. Sicht bis Stralsund, Hiddensee, Bodden, Ostsee. Es sind am Nachmittag auch wieder Boote unterwegs. Einfach nicht Richtung Westen.

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Zwischenstation Barhöft

Wir waren heute schon richtig zeitig wach und um 7 Uhr hiess es Leinen los. Der Wind kam mehrheitlich aus West mit starken Böen. Noch im geschützten Boddengewässer hatten wir Böen bis Windstärke 7.
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Stalsund im Hintergrund, Hafenausfahrt

So kam das Kommando vom Skipper, wir laufen Barhöft an. Nun sind wir hier auch schon zum 2. mal, schaffen es vielleicht auf den Aussichtsturm. Sebastian ist joggen, ich lese jetzt. Es ist Ruhe angesagt, da es am Donnerstag noch böiger wird. Wir erleben Gewitter, Wind, Windstille und Sonne im Hafen. Da kommt einen der April in den Sinn.
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Action am Abend. Ein Segelboot mit Norwegischer Flagge wurde gerade von der Seenotrettung in den Hafen geschleppt.
Sie haben einen Ruderschaden erlitten in der Höhe Darser Ort im Gewitter. Mit Hilfe eines Schleppankers konnten sie überhaupt geschleppt  werden. Aufregung im beschaulichen Hafen, besser als ein Krimi. Lauter Fachmänner am fachsimpeln.
Zum Glück hat Sebastian unser Tagesziel abgebrochen. Hätte heftig werden können.

Stralsund unterm Regenbogen

Heute ging es um 6.30 Uhr los Richtung Westen. Der Wind sollte aus Süden kommen, er kam aber hauptsächlich aus Osten. So schob uns der Wind ca 25 sm mit Motor und Segel mit gut 7 Knoten bis zum Peenemünder Haken. Dann brauchten wir nur noch Segel bis zur Fahrrinne nach Stralsund Nochmals ca. 30 sm. Auf die Minute genau schafften wir mit ca. 30 anderen Seglern die Durchfahrt durch die Hebebrücke vor Stralsund gegen 15.30 Uhr. Es gab ein Run auf den Hafen. Sebastian fand noch ein Plätzchen und war glücklich.
Mit 2 Segltagen sollten wir es nach Fehman schaffen, aber es wartet noch schlechtes Wetter auf uns.
Wettertechnisch gab es heute alles. Regen, Sonne, Regenbogen, wir hatten die volle Regenausrüstung an, Mütze und Handschuhe fehlten auch nicht. Und im Hafen dann die Wärme.

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So hiess ein Nachbarboot.

Busfahrt nach Bansin

Heute morgen war ruhiges Wetter. Man hätte zeitig lossegeln müssen. Aber wir waren zu spät und die Sturmwarnungen liefen bereits. Also gut Frühstücken.

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Es war warm und wir gingen zum Bus, welcher über Swinemünde nach Ahlbeck, Heringsdorf bis Bansin fuhr. Als erstes muss man an einem Automaten Kurtaxe zahlen. Ein älteres Ehepaar riet uns, die Bezahlung zu sparen. Es waren wenige Menschen am Stand und es muss Hochwasser gegeben haben, die Strandkörbe standen zum Teil im Wasser.

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Es war warm, wir liefen bis Heringsdorf. Dann konnte ich nicht mehr und wir nahmen den Bus nach Swinemünde, Hafen. Im Hafen lag dieses schöne Schiff…

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Da es immer noch sehr warm war musste ich den Schatten aufsuchen.

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Jetzt windet es schon sehr. Gibt vielleicht eine unruhige Nacht.

Swinemünde

Gestern haben wir am Mittag Kamien Pomorski verlassen. Es stürmte in der Nacht bis gegen Mittag. Da man in Dziwnow, an einer Strassentankstelle günstig tanken konnte, bekam das Boot erstmalig Diesel, für 1l etwa 1Fr.

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Wir mussten gut 1,5 Stunden warten, bis die Zugbrücke uns wieder auf das Meer fahren liess.
Das Meer was recht bewegt, aber kein Segelwind. So ging es ca 10 sm mit Motor Richtung Swinemünde. Die letzten 5 sm konnte Sebastian doch noch segeln.

imageHafeneinfahrt Swinemünde am Abend.

Kamien Pomorski

Die ehemalige Hansestadt taucht am Horizont auf wie ein italienisches Städtchen. Auch diese Stadt wurde fast völlig zerstört im Krieg. Es erinnert nur noch der Dom und 2, 3 andere Gebäude und die alte Stadtmauer an vergangene Zeiten. Aber man hat nicht wie in Kolberg lauter riesige Plattenbauten hingestellt. Wir sind in dem Dom, welcher eine wunderschöne Orgel hat. Es gab am Mittag ein kleines Orgelkonzert.
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Am Abend fuhren wir noch einmal auf den See, Sebastian testete den Anker und ging baden.
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Das Bild erinnert mich an ” Der alte Mann und das Meer”. Der Tag verabschiedete sich mit einem tollen Sonnenuntergang.
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